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DER NATURWANDERWEG - BIEBRZA SÜMPFE - NOWY LIPSK
Der Wanderweg liegt 7 km westlich der kleinen an der Biebrza gelegenen Stadt Lipsk (Abb. 1) Man erreicht ihn am besten über die Landstraße, die von Lipsk über Krasnybór bis nach Sztabin führt (die Anfahrt mit dem eigenen Auto, oder den öffentlichen Verkehrsmitteln - einem Bus der Linie Lipsk-Sztabin - ist ebenfalls möglich) Auf der Höhe des Dorfes Nowy Lipsk muss man südlich abbiegen und einem Landweg, der ins Dorf führt folgen. Von der Kreuzung mit einem stehenden Kreuz fährt man den Weg in süd-westlicher Richtung und dann noch ungefähr 1 km in süd-östlicher Richtung, bis man die letzten Gebäude des Dorfes erreicht. Von dieser Stelle sind es nur noch 500 m zu Fuß bis zum Anfang des Wanderweges. Der Wanderweg fängt am nördlichen Rande des Biebrza Tals an.
Es gibt zwei Varianten des Wanderweges. Eine kürzere, ungefähr 3 km lang und eine längere mit über 4 km. Der Wanderweg ist nicht sehr schwer aber eine gewisse physische Kondition ist nötig, da er sich in sumpfigem Gebiet befindet. Vor der Wanderung sollte man sich unbedingt Gummistiefel und Mittel gegen Insekten beschaffen. In stark regnerischen Perioden sollte man damit rechnen, das weite Teile des Weges verschlammt sind. Im Frühling, in der Zeit der Hochwasser im Tal können sich einige Abschnitte des Wanderweges unter Wasser befinden und sehr schwer zu überqueren sein. Aus diesem Grund, sollte man die pflanzlosen Flächen umgehen, da sie mit einer wässrigen Torf-Schmiere gefüllt sind. Der Zutritt zu solchen Stellen ist höchst gefährlich und endet im besten Fall mit einem unangenehmen Bad. In der Zukunft soll der Wanderweg um weitere 2 km nach Richtung Osten verlängert werden und reicht dann gleich bis zum Asphaltweg an der westlichen Grenze der Stadt Lipsk.
Auf dem Wanderweg befinden sich zwei Aussichtstürme und 8 Haltepunkte, an denen man interessante Landschaftselemente beobachten kann. Der Wanderweg soll den Anbau und die Struktur der auf den niedrigen und temporären Torflagern wachsenden Pflanzengesellschaften am Rand des Tals, die Mittelsumpfigen Mineralienerhebungen (sog. Grądziki), sowie andere Besonderheiten der Flora und Fauna des Biebrza Tals näher bringen.
Der Wanderweg liegt zwar komplett außerhalb des Biebrza National Parks, trotzdem sollte man die Verhaltensvorschriften im Umgang mit der wilden Natur einhalten. Das betrifft insbesondere das Verbot vorgeschriebene Wege zu verlassen, Pflanzen auszureißen oder Tiere zu verscheuchen. Man sollte die Natur respektieren und als Erinnerung nur viele Photos mitnehmen.
Der Beginn des Weges befindet sich an einem Aussichtsturm, der am Rand des Tals ungefähr 500 m südlich des Dorfes Nowy Lipsk liegt. Von der Spitze des Aussichtsturmes kann man das gesamte Tal überblicken. Als Folge der vorgenommenen, aktiven Schutzmaßnahmen erstrahlt die Natur hier in einer völlig neuen Schönheit. Auf einer Hunderte von Hektar großen Fläche hat man Tausende von jungen Birken und dichtes Weidengebüsch beseitigt, die sich in den letzten fünfundzwanzig Jahren als Folge der Senkung des Grundwasserspiegels und durch das nicht mehr stattfindende Mähen der Wiesen und Schilfe ausgebreitet hatten. Das Verhindern der unkontrollierten Waldexpansion ist ein Prioritätsgrundsatz des Biebrza Sümpfe-Schutzkonzeptes. Die Wälder und Büsche ließ man ausschließlich in den Randbereichen und der Rinne des Tals (hier sind hauptsächlich Erlenwälder) frei wachsen, sowie in den Zentren der Sümpfe, wo sich Birken-Kiefernwälder entwickeln. Diese Maßnahmen unterstützen die Entwicklung der Schilfpflanzenwelt und tragen so zum Artenreichtum der Ornithofauna in den offenen Gebieten bei. Mit ein bisschen Geduld kann man hier nicht nur allgemein bekannte Vogelarten beobachten, sondern auch ornithologische Seltenheiten, wie z.B.: Doppelschnepfen, Seggenrohrsänger oder Kampfläufer. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass sich in unserer Sichtnähe am Rand des Waldes ein wandernder Elch sehen lässt. Das Landschaftspanorama dieses Ortes scheint wie von einem Impressionisten erschaffen: der pastellene Farbton der Wiesen mischt sich mit dem warmen grün der Schilfe, dem glänzenden weiß der Birken und einem tiefen Ton der Kiefern und Fichten.
Vom Aussichtsturm führt der Wanderweg nach Osten, am Anfang entlang der kleinen Mineralhügel und dann durch bunte feuchte Wiesen, um nach 200 m in einem feuchten Torflager bewachsen mit unterschiedlichen Gattungen von Riedgräsern zu enden. Am Rand eines jungen Erlenwaldes ist der erste Haltepunkt des Weges.
Landkarte. Naturwanderwege in der Umgebung von Lipsk: „Biebrza Sümpfe – Nowy Lipsk” (Haltepunkte 1-8) und „Biebrza Sümpfe – Szuszalewo“ (Haltepunkte 1-5)
Haltepunkt 1 - Hundstraußgras-Grauseggensumpf (Carici canescens-Agrostietum caninae)
Hundstraußgras-Grauseggensümpfe wachsen am häufigsten in Torflandmulden umgeben von feuchten Wiesen oder niedrigen sauren Torfwiesen. Die Wiesen des Flusstals können nur durch extensive Nutzung erhalten werden, so dass die Mehrheit der Phytozoenosen eine antropogene Abstammung hat. Die Flora setzt sich zusammen aus hohen Riedgrasschilfen und feuchten Wiesen. Die Landfläche ist bedeckt mit einer homogenen Grasdecke aus Wiesen-Seggen (Carex nigra), Schuppenfrüchtiger Gelbsegge (Carex lepidocarpa) und Moor-Reitgras (Calamagrostis stricta). Durch diesen festen Gras- und Riedgrasteppich drängen sich dunkelgrüne Triebe des Teich-Schachtelhalms (Equisetum fluviatile). In den feuchtesten Stücken findet man nicht selten Pflanzen temporärer Torfwiesen – das Sumpfblutauge (Comarum palustre) mit einer bordeauxfarbenen Blütenhülle und unter Teilschutz stehend der Fieberklee (Menyanthes trifioliata) – eine häufig anzutreffende Heilpflanze mit charakteristischen mattgrünen Blättern. Ab und zu ragt aus dem Riedgras - und den Wiesen der große Hahnenfuß (Ranunculus lingua) mit seinen intensiv gelben Blüten heraus.

Großer Hahnenfuß (Ranunculus lingua) |

Fieberklee (Menyanthes trifioliata) |

Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactyllorhiza incarnata sbsp. incarnata) |
Jeder der diesen Weg im Hochsommer überquert, kann ohne Probleme in der Nähe des Haltepunkts das Fleischfarbene Knabenkraut (Dactyllorhiza incarnata) sehen. Diese Pflanze gehört zu den bedrohtesten Orchideenarten in Polen. Ein Bestand des Fleischfarbenen Knabenkrauts besteht aus ein paar dutzend bis zu über hundert Exemplaren, die keine Seltenheit im Biebrza Tal und somit hier am häufigsten in ganz Polen anzutreffen sind. Diese Orchidee kann man fast den ganzen Weg entlang antreffen.
Das Fleischfarbene Knabenkraut findet man in ganz Europa und Kleinasien, von der submeridionalen bis zur borealen Zone. Die innen leeren Stängel sind 25-60 cm hoch und haben 4-7 nach oben gerichtete hellgrüne, schmale (bis 3,5 cm), aber bis zu 20 cm lange Blätter. Der Blütenstand mit einer Länge von bis zu 12 cm hat im Durchschnitt 50 Blüten. Die dreilappige Lippe ist flach oder mit mehr oder weniger nach unten gebogenen Seitenlappen und vorgezogenem Mittellappen, im etwas helleren Mittelteil mit einfachem oder doppeltem Schleifenmuster fast so lang wie breit (von 5 bis zu 9 mm). Nur wenige Blüten der Knabenkräuter produzieren Nektar und sie werden eher durch Zufall von unerfahrenen Insekten, meist Bienen befruchtet. Die Blüte des Fleischfarbenen Knabenkraut kann man von Mai bis Juli in den feuchten Torfwiesen beobachten. Es ist eine sehr vielseitige sich oft durch Aussehen, Größe und Form der Blätter unterscheidende Art. Man trifft z.B. Pflanzen mit Blättern ohne Flecken sowie mit beiderseits befleckten Blättern in den unterschiedlichsten Farben: Von gelbgrünen bis zu violett-roten. Es gibt auch große Unterschiede in der Blütenfarbe. Am häufigsten findet man Pflanzen mit Blüten in verschiedenen Rottönen bis ins Dunkelpurpur, viel seltener haben die Blüten eine rosa Farbe. Zu den floristischen Sonderlichkeiten gehört das strohgelbe Knabenkraut mit gelben manchmal sogar weißen Blüten (Dactyllorhiza incarnata subsp. Ochrole uca). Es ist eine vom Aussterben bedrohte Art, deswegen befindet sie sich im polnischen roten Pflanzenbuch.
Polen stellt mit 50 Orchideenarten ein unbedeutendes Gebiet im Vergleich zu ca. 30000 in der ganzen Welt vorkommenden dar. Die meisten kommen in den Regenwäldern Afrikas und der Neuen Welt vor. Die Orchideen haben die schönsten und einzigartigsten Blüten der ganzen Pflanzenwelt. Ihre besondere Eigenschaft ist das Vorhandensein der Lippe, ein besonders ausgeprägtes inneres Blütenblatt in dem sich die verschiedenen Arten je nach Form, Farbe, Farbton und den unterschiedlichsten Mustern unterscheiden. Nur bei sehr wenigen Pflanzenfamilien sind so spezielle Anpassungen der Insektenbefruchtung entstanden, wie bei den Orchideen. Diese Pflanzen benutzen verschiedene Methoden um die Insekten anzulocken. Sie reizen mit ihrem Geschmack und der Menge des Nektars, sie locken durch Pheromone oder durch die Nachahmung des Aussehens eines weiblichen Insektes. Die größte Rolle spielt hierbei die Struktur, die Farbe und der Duft der Blume. Alle Orchideen leben in Symbiose mit verschiedenen bestimmten Pilzarten. Sie bekommen von ihnen Wasser und Mineralsalze und versorgen die Pilze dafür mit Kohlenhydraten und anderen organischen Verbindungen. Bei manchen Orchideenarten ist die Abhängigkeit von den Pilzen so groß, dass sie die Fähigkeit zur Photosynthese verloren haben und zu Parasiten geworden sind. In Polen gehört hierzu der Vogelnestwurz (Neottia nidus-avis).
Die Gattung Dactylorhiza ist durch 30 Arten repräsentiert. In Polen gibt es 7 Arten, zu den allgemeinen gehört das fleischfarbene Knabenkraut (steifblättrige Kuckucksblume ). Bis jetzt sind in unserem Land nur 35 Arten dokumentiert.
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Nach dem Haltepunkt, biegt der Weg entlang der Waldseite in Richtung Nord-Osten. Rechts gehen wir an einer kleinen Mineralinsel vorbei, auf der Weiden und Birken wachsen und sich ein paar unbearbeitete flache Abflussgräben befinden. Dahinter befindet sich eine kleine Mineralaufschüttung am Rand des Tals, die einige Meter tief in die Torfwiese ragt. Hier liegt der nächste Haltepunkt des Wanderweges.
Haltepunkt 2 - Bachdistelwiese (Cirsietum rivularis)
Feuchtwiesen als antropogene Gebiete werden zur Futtermittelgewinnung bewirtschaftet. Sie formen sich hauptsächlich auf mineralisierten Böden die nach der Entwässerung der niedrigeren Torfwiesen entstanden sind. Feuchtwiesen bleiben nur durch intensives Mähen erhalten. Wenn diese Arbeiten nicht stattfinden verwandeln sich die Wiesen in Kräuter-Pflanzen-Gebüsche und beginnen dann mit verschiedenen Weidenarten, von Bruch- bzw. Erlenwald zuzuwachsen. Der Bestand kommt in borealo-bergischen Zonen – im nordöstlichen Polen und dann erst in den niedrigeren Berglagen, sowie in deren Vorfeld vor. Sein charakteristisches Merkmal ist die Dominanz der Bach Kratzdistel (Cirsium rivulare) – eine hohe Pflanze mit purpurfarbigen Blüten. Die Wiesenfarben sind überraschend reichlich. Den Blick auf sich ziehen über den grünen Fluren imposante Stauden: die weißen Hüllchen des Wald-Engelwurzes (Angelica sylvestris), die cremfarbigen Wische des Mädesüß (Filipendula ulmaria), und die blass rosa Blüten des Baldrian (Valeriana officinalis). Im Wirrwarr der Blätter und Triebe der verschiedenen Grasarten schimmern bunte Kräuterteppiche hindurch: das grellgelb blühende Wiesenlabkraut (Galium mollugo), das hellblau blühende Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis palustris) und die Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) mit feinen milchig-roten Blüten. Der strohgoldene und braune Riedgrasblütenstand vervollständigt das Farbenspiel: Die Mittlere Gelbsegge (Carex lepidocarpa) und die Hirsesegge (Carex panicea).
Die höchsten ästhetischen Gefühle aller durch den Wanderweg wandernden Leute befriedigt der Blick auf das schönste polnische Gras – das Zittergras (Briza media), das auf der Wiese sehr zahlreich wächst. Die Umgebung dieser kleinen Wiese ist das Königreich des nächsten Knabenkrauts – Dem Sumpfwurz (Epipactis palustris) – an manchen Stellen formen sich sogar Felder mit dutzenden dieser Pflanzen.
In diesem Tal der Biebrza ist er ziemlich präsent und entlang des ganzen beschriebenen Weges leicht erkennbar. Zur Epipactis Art zählen auf der ganzen Welt ungefähr 30 Arten. Lediglich 5 davon sind in Polen anzutreffen. Der Sumpfwurz ist in der gemäßigten europäisch-asiatischen Zone verbreitet, in der borealen Zone Skandinaviens und im Mittelmeerraum. Das Rhizom ist lang und kriechend, der Stängel 10-70 cm hoch, unten kahl, oben flaumig gehaart. Unten befinden sich 2-3 Schuppenblätter, darüber 4-8 länglich-lanzettliche Laubblätter, diese sind 7-18 cm lang und 1,5-4 cm breit, leicht rinnig, die Nerven sehr ausgeprägt. Der Blütenstand ist bis zu 20 cm lang, lockerblütig. Die Blüten sind ziemlich groß, neigend, eiförmig-lanzettlich, die Sepalen außen behaart, grün, intensiv braunrot überlaufen, 8-11 mm lang, die Petalen sind stumpf, weissrosa mit rötlichem Grund, rot geadert. Die Lippe ist bis zu 12 mm lang, hypochil sackförmig mit aufgerichteten dreieckigen Seitenlappen, weiss, rot geadert, am Grunde eine drüsige orangegelbe, nektarproduzierende Zone, Epichil und Hypochil sind beweglich verbunden, rundlich, am Rande stark gewellt und gekerbt, weiss, am Grunde mit 2 großen, gelbrandigen Wülsten. Der Fruchtknoten ist lang gestielt, flaumig behaart. Die Säule ist relativ lang, der Klebkörper klein und von der Anthere verdeckt. Meist findet Fremdbestäubung statt. Die Blumen werden von Insekten befruchtet, aber wenn es dazu nicht kommt geschieht eine Selbstbefruchtung. Es ist eine sich wenig verändernden Art. Die kleinen Unterschiede bestehen in der weiß-gelb oder rosa Farbe der Blüten. Der Sumpfwurz blüht von Juni bis August.

Bachdistelwiese (Cirsietum rivularis) |

Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare) |

Mädesüß (Filipendula ulmaria) |

Wald-Engelwurz (Valeriana officinalis) |

Kuckucks-Lichtnelcke (Lychnis flos-cuculi) |

Hirsesegge (Carex panicea) |

Zittergras (Briza media) |

Sumpfwurz (Epipactis palustris) |

Sumpfwurzbestand mit Hunderten von Pflanzen(Epipactis palustris) |
Von diesem Haltepunkt aus gehen wir weiter am Rand des Tals in Richtung zweiter Aussichtsturm.
Von der Terrasse des Aussichtsturms erstreckt sich ein wunderschöner Blick auf die Baumgipfel des jungen Erlenwaldes. Hier kann man die Ergebnisse der in der Vergangenheit durchgeführten Schutzmaßnahmen am besten wahrnehmen. In süd-westlicher Richtung befinden sich weite offene Riedgrasgebiete. Als Folge der Beseitigung der Bäume und Sträucher aus den Phytozoenosen, befinden sich in süd-östlicher Richtung Schilfflächen. Diese Flächen sind die Vorstufen für die moosigen Birken- und zahlreichen Weidenartenbewachsungen. Ohne solche radikalen Schutzmaßnahmen, würden sich die großen offenen Biebrza Sumpfflächen in verstrüppte Gebiete und im Schlußeffekt in Sumpfwälder verwandeln. Solch eine ernste Charakteränderung der Biebrza Landschaft, würde das Schwinden von zahlreichen mit nichtforstlichen Ökosystemen verbundenen Arten im engeren Sinne verursachen. Und im weiteren Sinne die Verringerung der Vielfalt von Flora und Fauna nach sich ziehen. Einhergehend mit den schwindenden Wiesenbewirtschaftungstraditionen dieser Gebiete, wurden für einen abgesonderten Bereich aktive Schutzmaßnahmen eingeführt.

Offene Riedgrasflächen – ein Effekt der Gebüschbeseitigung. |
Vom Aussichtsturm führt der Wanderweg in südlicher Richtung in die Tiefe des Tals. Nach 500 Metern biegt man nach Osten in den schwach erkennbaren Weg in der Mitte von bewachsenen Riedgrasfeldern ein. Von dieser Stelle können wir verschiedene Sukzessionsstadien, der hier in diesem Tal wachsenden Schilf und Grauseggensümpfe beobachten. Der nächste Haltepunkt liegt in einer niedrigen Riedgras Schilf Phytozoenose, die sich in der ersten Wachstumsphase befindet.
Haltepunkt 3 –Dominanz der Fadenseggenriede (Caricetum lasiocarpae)
Als Vertreter der Carex Art, hat die Fadenseggenriede (Carex lasiocarpa) mit die schmälsten Blätter– sie erreichen lediglich eine Breite von 0,5 bis 2 mm breite und eine Höhe von bis zu 100 cm. Die Blätter sind an den Rändern oval und eingerollt, was Riedgras leicht erkennbar macht. Es handelt sich um eine strukturgebende, mezotrophe Art der unteren Riedgrasbestände, die sich auf sauren Übergangstorfwiesen mit subborealem Charakter formt. Bestände dieser Art bilden in dystrophischen Wasserquellen schwimmende Grasdecken, und initiieren auf stabilisierten Torfgrundstücken eine Pflanzensukzession in Richtung der höheren kontinentalen Torfwiesen. Eine bekannte Schilfeigenschaft des Fadenseggen ist eine gut entwickelte Moosfläche meist brauner Moose, manchmal auch von Torfwiesen. Diese Stücke sind auf Grund der Vorherrschaft der Fadensegge in ihrer Struktur sehr homogen. Nur als Beisatz wachsen hier der Dreiblättrige Fieberklee (Menyanthes trifoliata), das Sumpfblutauge (Comarum palustre), der Braune Seggen (Carex nigra) und der Schnabel-Seggen (Carex rostrata). Nur stellenweise über das Riedgrasfeld verteilt harren einige Triebe des Gewöhnlichen Gilbweiderichs (Lysimachia vulgaris) und des Mädesüß (Filipendula ulmaria). Der Bestand befindet sich im Anfangsstadium des Baumbewuchses. Ab und zu tritt in der Phytozoenose die Moorbirke (Betula pubescens) auf, vereinzelte Stellen sind bewachsen mit dem niedrigen Strauch der Rosmarinweide (Salix rosmatinifolia) und der Strauchbirke (Betula humilis). Die Biebrza Landschaft bietet an dieser Stelle eine sehr attraktive Optik.

Wanderweg „Biebrza Sümpfe – Nowy Lipsk“ zwischen den Haltepunkten 3 und 4. |
Der weitere Weg führt in östlicher Richtung durch den, inmitten von Riedgrasfeldern kaum erkennbaren Weg. Das Wasser in den 20-30 cm tiefen Spuren ist der Lebensraum für eine interessante Pflanze: - den mittleren Wasserschlauch (Utricularia intermedia).
Die Wasserschläuche (Art Utricularia) sind eine der vier existierenden fleischfressenden Pflanzengruppen in Polen. Zu dieser Gruppe gehören außerdem die Pflanzenarten Sonnentau (Drosera), Fettkraut (Pinguicula) und Aldrovanda (Aldrovanda). Die fleischfressende Pflanzenwelt ist mit einer Vielzahl Mechanismen ausgestattet um Kleintiere zu fangen. Diese Pflanzen wachsen in Habitaten mit geringem Nährstoffangebot und unter den Bedingungen des permanenten Mangels. Deswegen haben sie entsprechende Lösungen zur Ergänzung ihres photosynthetischen „Menüs“ entwickelt. Zu den häufigsten Lösungen gehören klebrige Substanzen, Schnappfallen, Jagdgefäße und Saugfallen.
Die Art Utricularia hat ungefähr 300 Gattungen; in Polen sind lediglich 6 Gattungen dokumentiert. Mit Ausnahme des großen Wasserschlauchs (Utricularia vulgaris), gehören alle zu den seltenen oder sehr seltenen Arten der heimischen Flora. Es handelt sich um mehrjährige Wasserpflanzen ohne Wurzel. Ihre Organismen bestehen aus zwei Sprossarten; den grünen schwimmenden und den farblosen, die mit Bläschen ausgestattet sind. Manchmal kommt nur der Spross der ersten Art vor. In der Blütezeit (von Juni – August) harren kleine zitronengelbe Blüten in Traubenform an aufrechten, dünnen, mit Luftkammern versehenen Stängeln über Wasser. Die als Fallen ausgebildeten Fangblasen (mit einem Durchmesser von 4 mm) sind in ihrer Funktionsweise einzigartig und an Komplexität kaum zu überbieten. Die Fangblase ist mit einer Klappe verschlossen, an der sich einige feine Borsten befinden. Mittels chemischer Lockstoffe oder algenähnlicher Sprosse, die Nahrung vortäuschen, werden Beutetiere angelockt. Sobald die Borsten von ihnen gereizt werden, öffnet sich die Klappe, und zwar mit der schnellsten bekannten Bewegung im Pflanzenreich: die Dauer des Öffnungs- und Schließvorgangs liegt bei weniger als zwei Millisekunden. Durch den abrupten Druckausgleich wird das vor der Falle liegende Wasser in die Fangblase gespült und das Beutetier mit hineingerissen; danach schließt sich die Falle wieder. In ihr liegende Drüsen beginnen nun die Verdauung der Beute durch die Enzyme Esterase, Phosphatase und Protease. Zumeist handelt es sich um sehr kleine Beutetiere, darunter Wasserflöhe, Rädertierchen, Fadenwürmer und Schnecken, dazu kommen Protisten wie Wimperntierchen und gelegentlich planktische Algen.
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Wenn man den Weg über die Sümpfe weitergeht, bemerkt man, dass die auf beiden Seiten sehr zahlreich wachsenden Weiden, die vereinzelten Kiefern und der Fadenseggen zuerst in ein lockeres und dann immer dichter werdendes Birken-Weiden-Gebüsch übergehen. Den Hauptteil dieser Bepflanzung stellt die Strauchbirke (Betula humilis). Eine in unserer Flora seltene und bedrohte Gattung, die strengem Schutz unterliegt.
Die Strauchbirke (Betula humilis) ist ein stark verzweigter Strauch und wird selten höher als 2 bis 3 Meter. Er hat kleine rundliche, eiförmige gekerbte Blätter mit 4 bis 5 Nervenpaaren. Die Blüte ist im Mai. Betula humilis gehört zu einer eurosibirischen Gattung, deren süd-westliche Ausbreitung über Polen läuft. Von hier breiten sich die Strauchbirkenbestände in den nördlichen und östlichen Teil des Landes weiter aus. Die Gattung gehört zu den Relikten der späten Eiszeit. Die Birke wächst auf niedrigen und temporären Torfwiesen, auf Riedgasfeldern und Moos-Riedgrasfeldern der Klasse Scheuchzerio-Caricetea und auch als Bestandteil auf Wiesen und Kräuterfeldern der Klasse Molinio-Arrhenatheretea. Zusammen mit der Rosmarinweide bildet sie eine niedrige, dichte Gebüschgesellschaft Betulo-Salicetum repentis.

Mittlerer Wasserschlauch (Utricularia intermedia) |

Strauchbirke(Betula humilis) |
200 m nach dem dritten Haltpunkt halten wir an um die vollständig gebildeten Gebüsche der Phytozoenose der Strauchbirke und der Rosmarinweide zu sehen.
Haltepunkt 4 - Strauchbirke und Rosmarinweide Gebüsch (Betulo-Salicetum repentis)
Im oberen Bett der Biebrza, ist die Gebüschgemeinschaft der Strauchbirke und der Rosmarinweide der am meisten angetroffene Typ des Gebüschbestands. Die Strauchbirke ist eine gewöhnliche Gattung, die zu den nichtforstlichen gehört aber auch in Gemeinschaft mit der grauen Weide und der moosigen Birke in den sumpfigen Birken- und Erlenwäldern vorkommt. Diese Gebüschgemeinschaften haben unterschiedliche Physiognomien und setzen sich immer aus verschiedenen Pflanzen zusammen. Im Dorf Ostrowie (ungefähr 3 km Richtung Südwesten von der beschriebenen Stelle aus) kann man Strauchbirkebestände die nicht höher als 50 cm gewachsen sind antreffen. Das Vlies hat einen büschel-moorigen Charakter mit einem großen Anteil von einer Torfgattung höherer Art. Bei Haltepunkt Nr. 4 erreicht das Strauchbirkegebüsch eine Höhe von 1 bis 2 Meter und wird begleitet von: Moorbirke, Warzenbirke, Kiefer, Wacholder und Weiden – Grau, Rosmarin, und Lorbeer-Weide. Im Vlies beobachten wir viele wertvolle Torfgattungen, solche wie: die Rosmarinheide (Andromeda polifolia), die Gemeine Moosbeere (Oxycoccus palustris), den Sumpfporst (Ledum palustre), den Sonnentau (Drosera rotundifolia), das Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum) und zahlreiche Moose. Laubmoose (Aulacomnium palustre), das Mittlerer Torfmoos (Sphagnum magellanicum) und das Rötliche Torfmoos (Sphagnum rubellum). Der Bestand gehört zum dynamischen Kreis von Moorbirken des Typs Thelypterido-Betuletum pubescentis und Salici-Betuletum.
Das Strauchbirke und Rosmarinweide Gebüsch wächst im Biebrza Tal auf den Torfwiesen oder auf moorigen Böden; selten auf einem Torf-Morschenboden. Sie werden hydrologisch aus den unterirdischen Wasserschichten intensiv gespeist sog. soligenische Torfmoore. Der Torf unter diesem Bestand überschreitet einen Meter und erreicht manchmal sogar 520 cm. Unter den Strauchbirke Gebüsch Phytozoenosen sind Torfmoore zu finden die sich auf Sand stützen. Seltener sind sie mit Riedgrastorfen unterlegt. Es gibt selten eine Moorschicht und die hat nicht mehr als eine Dicke von 20 cm.

Gebüsch aus Strauchbirke und Rosmarinweide (Betulo-Salicetum repentis) |
Nach ein paar dutzend Metern sieht man auf beiden Seiten des Weges, dichtes unwegsames Weiden-Birken-Gebüsch mit vereinzelten Stämmen der gewöhnlichen Kiefer und der Moorbirke. Das Gebüsch besteht aus drei Weidenarten: Der Grau-Weide (Salix cinerea), der Lorbeer-Weide (Salix pentandra) und der Rosmarin-Weide (Salix rosmarinifolia); zwischen den Weiden sieht man die Strauch-Birke (Betula humilis) und den gemeinen Wacholder (Juniperus communis). Dieser Bestand hat eine charakteristische büschel-talgartige Vliesstruktur. Am Fuß der Kiefern- und Birkenstämme gibt es große von den Torfmooren geformte Büsche. Es wachsen hauptsächlich Büsche der Familie der Besen-Heide: die gemeine Moosbeere (Oxycoccus palustris), die Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), die Rosmarinheide (Andromeda polifolia) und der Sonnentau (Drosera rotundifolia). Auf den die Büsche umgebenden Tälchen wachsen Gräser, Riedgräser und Kräuter. Zwischen Weidensprossen bemerken wir eine in unserer Flora selten vorkommende Art – die blaue Himmelsleiter (Polemonium coeruleum).
Die blaue Himmelsleiter, oder das blaue Sperrkraut besitzen eine bis zu 120 cm hohe Staude. Die gelb-orangen Staubgefäße bilden einen schönen Kontrast zu den blau-violetten Kronblättern der Blüte und den fein gefiederten hellgrünen Blättern. Sie blüht von Juni bis August. Polemonium coeruleum wächst in den eurosibirischen Regionen und vor allem in Mittel- und Ost aber auch in Nordeuropa. In Polen trifft man sie im nördlichen und mittel-östlichen Teil des Landes an, wo sie als Eiszeitrelikt angesehen wird. Sie befindet sich als vom Aussterben bedrohte Art im roten Buch der Pflanzen. Die reichlichsten Himmelsleiterbestände sind im Nord-Osten des Landes vorhanden. Im Biebrza Tal kann man sie sehr oft auf feuchten Wiesen, an Waldrändern und in Gebüschgemeinschaften finden.

Himmelsleiter (Polemonium coeruleum) |
Durch die Sümpfe wandernd erreicht man die Wegkreuzung (300 Meter von Haltepunkt 4 entfernt). Man biegt nun links in nord-westlicher Richtung ab und nach 100 bis 150 Metern gelangt man zu einem Feld des Karlszepters (Pedicularis sceptrum-carolinum).
Haltestelle 5 – Karlszepter (Pedicularis sceptrum-carolinum)
Diese halb-parasitäre Pflanze mit einer hellgelben, lippenförmigen und völlig geschlossenen, großen Blütenkrone mit rotbrauner Spitze und rosettenständigen Blättern, die am Grund groß und paarfingrig sind ist eine sehr selten anzutreffende Gattung unserer Flora. Sie steht unter strengem Naturschutz und ist hauptsächlich im Tiefland Ost-Polens verbreitet. Die lokale Population im Sommer 2004 zählte ein paar Dutzend vegetative Exemplare und einige wenige in der Blütezeit. Große Vorkommen dieser Art, ungefähr 270 Pflanzen, kann man heute auf dem Gebiet des Biebrza Nationalparks in der Umgebung des Dorfes Jałowo beobachten. Diese Pflanze ist eine Delikatesse für Elche, insbesondere die fleischigen Blüten. Deswegen sieht man oft lediglich noch die Rosettenblätter auf dem Boden liegen.
Außer dem Karlszepter, verdient eine in größerer Zahl vorkommende Orchideenart Beachtung: die Weiße Waldhyazinthe (Platanthera bifolia).

Karlszepte (Pedicularis sceptrum-carolinum) |
An dieser Stelle können wir unsere Wanderung kurz unterbrechen. Wir orientieren uns am Damm und gehen in Richtung des Tals. Nach 300 Metern erreichen wir eine Allee mit herrlichen Pappeln und die ersten Gebäude des Dorfes Nowy Lipsk. Von hier sind es nur noch 4 km nach Lipsk.
Falls man noch in den Sümpfen spazieren gehen will, sollte man umkehren und zurück zu der Stelle gehen, an der man auf der Suche nach dem Karlszepter aufgebrochen ist. Ca. 500 Meter nach der Kreuzung zwischen Sumpfweg und Damm erreicht man den nächsten 6. Haltepunkt.
Haltepunkt 6 – Subborealer Birken-Moorwald (Thelypterido-Betuletum pubescentis)
Zu diesem lockeren Baumbestand gehören die Moorbirke und die Kiefer. Im Staudenbereich dominiert die Strauchbirke mit einem konstanten Anteil an Grau-Weide und Rosmarin-Weide. Zu den häufigsten vorkommenden Arten im Vlies gehören: Der Sumpffarn (Thelypteris palustris), das Blaue Pfeifengras (Molinia caerulea), der Schilf (Phragmites australis), das Sumpf-Reitgras (Calamagrostis canescens) und der Bitterklee (Menyanthes trifoliata).
An der Wurzel hat der Bestand die büschel-talgartige Struktur des Waldbodens und sehr häufig wächst hier die Gemeine Moosbeere und die Rosmarinheide. Moose bedecken die ganze Fläche der Büsche und Moränen. Sie werden hauptsächlich durch die Gattung der Art Sphagnum (Torfmoose) repräsentiert. In der Umgebung des Haltepunktes kann man die frühen Entwicklungsstadien dieses Bestandes beobachten.
Der Bestand Thelypterido-Betuletum pubescentis wurde zum ersten Mal in den 70ger Jahren des XX Jahrhunderts beschrieben und ist aus einigen nordöstlichen Regionen Polens bekannt: aus den Białowieskiej, Knyszyńskiej, Augustowskiej, Rominckiej Urwäldern und auch aus dem Biebrza Tal. Dieser Bestand befindet sich in der typisch borealen Zone. Seine Gattungen sind im Süden und Südwesten Polens verteilt. Zu ihnen gehören: die Strauchbirke und der Sumpfporst (Ledum palustre).

Birken-Moorwald – das frühe Entwicklungsstadium des Waldes (Thelypterido-Betuletum pubescentis) |

Blaues Pfeifengras (Molinia caerulea) |
Nach weiteren 300 Metern erreichen wir die nächste Wegkreuzung und biegen nach links in nördlicher Richtung ab. Hinter unserem Rücken und an der rechten Seite tief in den Sümpfen lassen wir zwei kleine Mineralinseln, die von den Bewohnern Chlebnik und Drabnik (Draby) genannt werden zurück. Auf diesen kleinen sumpfigen Dünen wachsen hohe Bäume –Kiefern und Erlen. Diese bemerken wir, wenn wir das dichte Gebüsch durchqueren. Wir können uns diese mittelmoorigen Dünen anschauen, aber wir empfehlen Ihnen, wenn Sie wieder zurück auf dem Wanderweg sind, auf dem Kompass zu überprüfen ob sie wieder die richtige Marschroute haben. Das sehr dichte und hohe Gebüsch kann uns leicht daran hindern den richtigen Weg wiederzufinden.
Haltepunkt 7 – Nutzung der Sümpfe
Ca. 50 Meter nach der Kreuzung, auf der rechten Seite des Weges sehen wir die Gerüste für Heuschober. Diese charakteristischen Bauten erlauben es das geschnittene und trockene Gras zu lagern, ohne dass es von unten feucht wird. Erst im Winter, wenn die Torfwiesenflächen zugefroren waren, sammelte man das Heu von den Wiesen und transportierte es mit Fuhrwerken zu den Bauerhöfen.
Das Vorhandensein von Dämmen, die quer zur Talachse aufgeschüttet wurden und zahlreiche Bauten beweisen, dass noch bis Mitte der 70ger Jahre des XX Jahrhunderts die Gebiete in der Umgebung von Nowy Lipsk für die Landwirtschaft genutzt wurden. Die Wiesen im Tal wurden gemäht und die Dünen abgegrast. Im Verlauf der Pflanzensukzession die vor 30 Jahren begonnen hat, entstanden Weiden-Birken Gebüsche und die Anfangstadien von Kiefer-Birkenwäldern, die wir während unsere Marschroute sehen.

Heuschobergerüst |
Nach 100 Metern in nördlicher Richtung von Haltepunkt Nr. 7 erreichen wir eine große Mineralinsel am Rand des Tals. Das ist der letzte Haltepunkt (oder der erste) des beschriebenen Wanderweges.
Haltepunkt 8 – Waldgesellschaft Osowik
Die Waldgesellschaft besteht aus Kiefern und am Rand aus Haselnuss-Sträuchern. In lichten Stellen gibt es Grasflecken mit Feldthymian (Thymus serpyllum), Mausohr-Habichtskraut (Hieracium pilosella), Heidekraut (Calluna vulgaris), Borstgras (Nardus stricta) und Sand-Strohblumen (Helichrysum arenarium). Unter den Kiefern finden wir Waldschilf (Calamagrostis epigejos), Adlerfarn (Pteridium aquilinum) und Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea). Eine sehr häufig vorkommende Pflanze am Rand der Waldgesellschaft ist Arnika (Arnica montana).Sie steht in Polen unter strengem Schutz. Diese giftige Pflanze mit wunderschönen gold-gelben Blüten findet eine breite Anwendung als Heilpflanze.

Arnika (Arnica montana) |
Dieser malerische und ruhige Ort eignet sich hervorragend zum Entspannen nach der schweren Wanderung. Von hier sind es nur noch 200 Meter zur Landstraße die Lipsk mit Sztabin verbindet. Man ist hier ca. 2,5 km von Lipsk entfernt
text: Beata Matowicka and Aleksander Kołos
übersetzt von Justyna Sacha
LITERATURVERZEICHNIS:
BANASZUK H. (red.), 2004. Kotlina Biebrzańska i Biebrzański Park Narodowy. Monografia przyrodnicza.Wyd. Ekonomia i Środowisko, Białystok.
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